Pfadfinder Entschieden für Christus - "Losse Füchse"

Alle 14 Tage am Samstag treffen sich die Pfadfinder "Losse-Füchse" des Friedenshofwerks aus Hessisch-Lichtenau, Kassel und Umgebung.

Wir wollen gemeinsam unterwegs sein, lernen, wie man Feuer macht, wie man mit dem Taschenmesser umgeht, wie eine Kothe aufgebaut wird, Schnitzeljagden machen, Verantwortung füreinander und miteinander tragen, viele Abenteuer erleben, gemeinsam jede Menge Spaß haben und dabei viel von Gott erfahren.

Könnt ihr euch vorstellen, wie schön es ist, ums selbst entzündete Feuer zu sitzen, Stockbrot zu backen, Tschai (traditionelles Pfadfindergetränk) zu trinken, Lieder zu singen und einem kleinen Impuls zu folgen? Die Kinder sind mit Begeisterung dabei und wir lernen nach und nach, was es heißt, Pfadfinder zu sein.

Die Impulse haben ganz praktisch mit dem zu tun, was wir in den Treffen erleben. Pfadfinderarbeit ist ein ganzheitlicher Ansatz und zeigt immer wieder, dass Glauben und Leben unlöslich miteinander verwoben sind.


Treffpunkt:
Brasselsberg, Kassel
Konrad-Adenauer-Str. 145a
(Zufahrt über Korbacher Straße)


Kontakt:
Marcus Möller

 

Termine bis Sommer 2018:

30.09.
Herbstferien
28.10.
11.11.
25.11.
09.12.  SO, 17.12. Waldweihnacht mit dem Friedenslicht aus Bethlehem (Nachmittags) für die ganze Familie/ FH Gemeinde

20.01.2018
03.02.
17.02.
03.03.
17.03.
Osterferien
14.04.
28.04.
Himmelfahrt DO, 10.05. Familienwanderung/Familienfest
26.05.
09.06.
08.-10.06. Helferschulung für die Kinder ab der 6. Klasse
Sommerferien ab dem 23.06.

 

Unser erster Hajk – oder: ZUSAMMEN GESCHAFFT!!!!

Am Samstag, dem 24. September 2016 um 10:00 Uhr trafen sich 21 Losse Füchse am Herkulesparkplatz. Strahlender Sonnenschein verbreitete gute Laune auf allen Gesichtern.

Die Schlafsäcke wurden umgeladen und das gemeinsame Weggepäck (Kohtenplanen, Klappspaten und Klopapier, Kompasse und Karten, Heringe, Säge, etc.) wurde auf die einzelnen Kinder verteilt. Wer nichts abbekommen hat, der durfte im Laufe der Wanderung dem anderen seine Last abnehmen.

Die Eltern wurden verabschiedet und los ging es. Naja, nicht ganz so schnell. Erst einmal klären, wo es überhaupt hingehen soll. Denn mit einem Ziel vor Augen läuft es sich einfach besser. Auch unser Hajkthema wurde bekannt gegeben. Wir wollten etwas zum Thema Gebet erfahren. Und da bot sich das „Vaterunser“ einfach an. Gleich zu Beginn, als die Eltern verabschiedet waren überlegten wir, dass dies ja öfters mal im Leben vorkommt, dass wir alleine sind.
Oder vielleicht doch nicht: „Vater unser im Himmel“. Gott ganz persönlich ist da – für mich – ich bin nicht alleine. Und wo: Im Himmel. Wo beginnt der eigentlich? Genau, direkt neben mir, ich bin umgeben vom Himmel. Wie cool! Gott ist mit persönlich ganz nah, egal wo ich bin.

Und jetzt wird erst mal losgelaufen. Vorbei an einem Dachs- oder Fuchsbau (nach ca. 825 m Weg).

Und dann kam da eine riesige Bank (nach 1,07 km). „Geheiligt werde dein Name“. Wie cool, der Gott, der mir so nahe ist, der ist auch so groß, dass er alles in der Hand hat und den Überblick behält.

Über eine wunderschöne Hutewiese mit Galloway-Rindern – okay, wir haben erst mal nur die Kuhfladen gesehen – ging es zum nächsten Halt (bei km 1,55). Karten und Kompass raus. Wo sind wir überhaupt, welche Himmelsrichtungen gibt es und wie norde ich eine Karte ein um den richtigen Weg zu finden?  
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden. Gut, wenn man eine Orientierung hat und nicht jeden Umweg laufen muss oder sich gar verläuft.
Der richtige Weg wurde mithilfe von Karte und Kompass gefunden und weiter ging´s.

Vorbei an einem riesigen, tiefen Steinbruch zum Grillplatz am Silbersee (bei km 3,74). Erst mal PAUSE, Essen und Trinken rausholen, hinsetzen und stärken.
Unser tägliches Brot gib uns heute“ – nach fast 4 km Strecke ist man schon dankbar, wenn es was zu essen gibt und man sich ausruhen kann. Wir werden immer wieder mit allem versorgt, was wir brauchen, nicht nur Essen und Trinken, sondern auch Ruhe, Liebe, etc. Und wir dürfen darum bitten.

Frisch gestärkt ging es weiter, vorbei an einer Weide mit Pferden (km 4,43) [die Mädchen waren schwer begeistert und kaum wieder weg zu bekommen ;o)]  und dann ging es steil bergab, im Wald runter an die Ahna. Dort wurden erst mal zwei Kröten und eine Lokomotive mitten in den Wald gesetzt (km 5,12). Schließlich wollten wir ja die Kohtenblätter nicht umsonst mitgeschleppt haben.


Auweia, da gab es einen riesigen, sehr lauten Streit. Weshalb wir denn so einen riesigen Umweg laufen müssen, warum die Strecke so doof geplant war und nicht kürzer, und überhaupt ...? Nur gut, dass es nur gespielt war. Aber mal ganz im Ernst, passieren tut es doch täglich, dass wir mit den Fehlern anderer konfrontiert werden und andere mit unseren Fehlern leben müssen. Gut, dass wir vergeben können und auch Vergebung erfahren dürfen. „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“.

Neben der Ahna, im Schatten des Waldes lief es sich herrlich. Nach dem Überqueren der Wolfhager Straße (km 5,94) ging es an Feldern entlang, bis wir Weimar schon vor uns sahen. Nach 8 km hieß es, das Ziel bloß nicht aus den Augen verlieren, jetzt keine doofen Umwege gehen, sich nicht vom Wesentlichen ablenken lassen sondern das Ziel direkt ansteuern. Schließlich sollte dort ein leckeres Essen auf uns warten. Passt irgendwie zu: „Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen“. Denn ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie weit die letzten zwei Kilometer sein können. Eigentlich ist man schon fast da, aber irgendwie auch noch nicht ganz.

Aber nach 10 Kilometern oder um 14:30 Uhr war es soweit, wir standen (manche lagen auch) vor dem Haus der Begegnung in Ahnatal Weimar, von drinnen duftete schon das Essen. Da kann man den Satz „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“ sehr gut nachfühlen.

Flugs die Schuhe aus, Hände gewaschen (WC besucht und noch mal Hände gewaschen) und an wunderschön gedeckte Tische mit Obst und Gemüsehäppchen gesetzt. Die Nudeln, Tomatensoße und Würstchen waren das leckerste Essen, das man sich nur vorstellen konnte.

Nach dieser Stärkung richteten wir unsere Schlafstätten her und machten erst einmal eine Stunde Pause. Naja, die Helden, die auf der Wanderung am meisten gestöhnt haben spielten - Fußball …

Nach dieser wohltuenden Pause mit Kakao und Keksen (und Kaffee für die Erwachsenen ;o) ) bauten wir zusammen in aller Ruhe zwei Kohten auf. Zwei der Mädchen bezogen eine sofort. Später am Abend wurde auch noch die Jungenkohte belegt.

Die meisten Füchse bereiteten nun das Abendessen vor und/oder spielten.

Vier Kinder übernahmen das Feuermachen. Was sie nicht wussten, sie standen unter Beobachtung, denn sie sollten ihre Feuerprüfung ablegen. Der sichere Umgang stand dabei an erster Stelle. Dass sie die Pyramidenfeuer auch noch perfekt aufbauten und mit jeweils einem Streichholz anzünden konnten, ist aber auch hervorzuheben. Sie bestanden diese Prüfung mit Bravour und waren sichtlich überrascht, dass sie soeben ihre Feuerprobe abgelegt hatten.

Zum Grillen und Tschai trinken versammelten wir uns ums Feuer. Mit vollen Bäuchen grölten wir anschließend Lieder wie „ Zehn kleine Pfadfinder“, „Marzipan“,  „Den Kranz von Lorbeerbeeren“, etc. Eigentlich war angedacht, die Kinder um 21:00 Uhr ins Bett zu schicken. Aber um 20:20 Uhr baten sie jetzt schon in die Schlafsäcke zu dürfen. Wir haben ihnen den Wunsch nicht abgeschlagen und so träumten die meisten bereits um kurz vor 21:00 Uhr.

Eine ruhige Nacht später wurden die meisten gegen 7:00 Uhr wach. Die Polarfüchse aus den Kohten hatten die Nacht auch gut überstanden. Um 8:00 Uhr ging es mit Frühsport offiziell los. Das Frühstück schmeckte danach doppelt so gut. Und dann hieß es auch schon aufräumen, Sachen packen, putzen, Kohten abbauen und die Eltern begrüßen.

Um kurz nach 10:00 Uhr trafen wir uns mit den Eltern zu einem kleinen Abschluss. Ein bisschen singen, vom Hajk erzählen, die Geschichte der Wemmicks („Du bist einmalig“ von Max Lucado) hören. Es kommt eben nicht darauf an, was andere von uns denken und halten, sondern nur darauf, was der Schöpfer über uns denkt.
Und so endete unser wunderschöner, herausfordernder erster Hajk.

Maria Breßler