Geschichte

Entstehung und Gegenwart

1886 kam der Evangelist Elias Schrenk zum ersten Mal nach Kassel und fand hier viele Anhänger. 1887 wurde in Kassel eine Stadtmission gegründet. Auf den Rat von Elias Schrenk hin kam es Anfang der 90er Jahre zu ersten Gründungen Landeskirchlicher Gemeinschaften in Kassel. Die Geschichte der Gemeinschaften ist untrennbar mit der Geschichte der „Jugendbünde für entschiedenes Christentum“ verbunden. Junge Leute kamen zusammen, um den Glauben an Jesus Christus zu leben und gründeten eigene Gruppen, die in Landeskirchliche Gemeinschaften hinein mündeten. Wenige Monate später konnte Handelslehrer Ludwig Winter in seiner Heimatstadt Kassel am 6. März 1895 den dritten deutschen EC-Jugendbund gründen.

Die Idee wurde begeistert aufgenommen. Der Jugendbund musste ständig umziehen, weil die Räume für die zunehmenden Teilnehmerzahlen nicht mehr ausreichten. 1904 gehörte er zu den größten Jugendbünden in Deutschland und hatte ca.110 Mitglieder (ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter). 1905 wurde der „Jugendbund für EC“ ins Vereinsregister eingetragen. Weil zunächst vor allem viele begeisterte junge Leute dabei waren, lief die Arbeit unter „EC-Fahne“. Erst 1916 wurde der Verein in „Landeskirchliche Gemeinschaft Cassel“ umbenannt, um auch die älteren Mitglieder weiter zu begleiten.

Die Arbeit strahlte sofort in das Kasseler Umland aus und die dort entstanden EC-Arbeiten und Gemeinschaftskreise schlossen sich zusammen. Schon 1897 entstand nach Absprache von Ernst Röttger (Kassel) und Pf.Holzapfel (Großalmerode) ein Brüderrat für den Konsistorialbezirk Kassel. 1907 wurde das zentral gelegene Gebäude in der Kleinen Rosenstraße erworben. An der Straße entstand ein Hospiz, ein christliches Hotel, in dem Reisende einen Ort der Ruhe, eben den „Friedenshof“ finden sollten. Im Hof wurde ein Saalgebäude errichtet, das heute noch steht und in dem sich die Gemeinde zum Gottesdienst und die Gruppen zu ihren Veranstaltungen treffen. Es sollte ein Ort sein, wo die Menschen in der Gemeinschaft miteinander und in der Begegnung mit Gott Frieden finden.

In der Bombennacht des 22.10.1943 wurde auch der „Friedenshof“ fast völlig vernichtet. Schon 1948 begann man mit dem Wiederaufbau des zerstörten Gebäudes, das 1950 wieder eingeweiht werden konnte und ab diesem Zeitpunkt auch die Zentrale des Deutschen EC-Verbandes beherbergte. Prägende Wirkung für das Friedenshofwerk ist von Otto Kaiser ausgegangen, der 40 Jahre lang (von 1911 bis 1951) Vorsitzender des Werkes war.

Im November 1972 nahm der „Friedenshof“ die Absichtserklärung von 1916 wieder auf und trat dem Hessen-Nassauischen Gemeinschaftsverband bei. Die Arbeit für Kassel und das Umland wurde dezentralisiert und in Arbeitsgebiete eingeteilt, die Bezirke I bis IV. In 2014 kommt der Bezirk V dazu.